Offener Brief an CHIP

Vor ein paar Tagen hat das Magazin “CHIP” einen Artikel veröffentlicht, in welchem 3 Betriebssysteme – Windows 7, MacOS “Snow Leopard” und Kubuntu (ohne Versionsangabe) – gegeneinander “antreten”. Und wieder einmal geht die deutschsprachige Linux-Community auf die Barrikaden. Aber eigentlich war das ja auch zu erwarten, denn die “CHIP” ist seit jeher nicht für ihren gut recherchierten Journalismus bekannt…

Christoph Langner hat dazu nun einen offenen Brief an den zuständigen Redakteur verfasst, in dem er versucht, einiges ins rechte Licht zu rücken. Ob das aber von Erfolg gekrönt sein wird, bzw. in wie fern das von Seiten der “CHIP” beherzigt wird, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, man sollte das eher gelassen sehen und einfach nur auf die redaktionellen Fähigkeiten der “CHIP” hinweisen, damit sollte jedem Interessierten auch recht schnell klar werden, was er von diesem Magazin zu halten hat.

Wir wissen, daß Linux besser ist, das reicht! :D ;-)

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Comments

  1. On October 10, 2009 Dominic says:

    Nun ja,

    der Begriff “Schwanzvergleich” trifft es ganz gut – absurd allein schon die Tatsache, dass CHIP die Pimmel von Bär, Mensch und Ameise gegeneinander antreten läßt, und – seltsam genug – zu den logischen Ergebnissen kommt.

    Oder in deutsche Denkweise übersetzt: der Vergleich Mac OSX vs. Windows vs. Kubuntu entspricht nach wie vor etwa dem Vergleich Jaguar XJ vs. Golf GTI vs. MAN Lions Regio. Ich denke, Jaguar XJ verliert definitiv in Sachen Transporteffizienz ;)

    Aber Deutsche lassen sich nun mal von den seltsamsten Benchmarks verführen, ob sie nun Sinn machen oder nicht.

    Ich meine – mal ehrlich: Für welche Situationen ist es relevant, ob ein Auto 9 oder 15 Sekunden von 0 auf 100 braucht?

    Oder anders: wen interessiert ernsthaft ein Unterschied in der Boot-Zeit (was zum Geier ist das eigentlich?) von 20 Sekunden?

    (Man bedenke auch, dass dem 20 Sekunden längeren System-Neustart von Kubuntu gegenübersteht, dass man Linux-Systeme üblicherweise nur einmal alle fünf Jahre neustarten muss, etwa um einmal den Staub aus dem Rechnergehäuse zu entfernen).

    Ich denke, Windows 7 ist sicherlich ein gutes Betriebssystem für seinen Anwendungsbereich und das sollte es angesichts der enormen Entwicklungskosten bei Microsoft auch sein. Die Marketing-Strategien von Microsoft (und das hat mit der Software selbst eigentlich gar nichts zu tun) sind hingegen nach wie vor zum heulen – die Zielgruppe “Medienkonsument” (eine überwältigende Mehrheit in der Welt allerdings) wird exzellent bedient, andere Anwendergruppen aber nach wie vor benachteiligt und zu unnötigen Investitionen und Risiken gezwungen.

    Mac OSX dagegen fällt aus diesem Vergleich heraus. Es ist und bleibt ein Nischenprodukt, da es auf eine bestimmte Hardware zugeschnitten ist und auch nur damit vertrieben wird, insofern ist der Vergleich mit einem Universalprodukt wie Windows eigentlich Unsinn oder nur von begrenztem Wert. Der PC-Besitzer hat eben nicht die Wahl, auf Mac OSX umzusteigen.

    Kubuntu fällt aus diesem Vergleich aber ebenfalls heraus, schon weil es gar kein Betriebssystem ist: Kubuntu ist eine Distribution von mehr als 8000 mehr oder weniger unabhängigen freien Softwarepaketen, von denen lediglich ein paar Hundert zum Betriebssystem gehören – und dieses Betriebssystem heißt GNU (und nicht etwa Linux – denn das ist nur ein Paket davon, wenngleich auch das wichtigste).

    Erstaunlich genug, dass man einem solchen losen Bündel von Programmen, die meist irgendwo in der Welt von Freiwilligen nach Feierabend produziert werden, überhaupt eine Konkurrenzfähigkeit mit einem von Profi’s entwickelten, integrierten Desktop-Betriebssystem wie Windows unterstellt.

    Und noch erstaunlicher, dass es dabei trotz der immensen Diversität der Programme und jeweiligen Entwicklergemeinden nicht einmal ernsthaft zurückliegt!

    Ich denke, der allgemeine Terminus “besser” ist für so komplexe Dinge wie universelle Betriebssystemen einfach ungeeignet. Entscheidend ist immer das Gesamtergebnis je Anwendungsfall und Anwenderkompetenz. Und das kann schon sehr verschieden sein.

    Für die Mediamarkt-Zielgruppe jedoch, an die sich CHIP im allgemeinen richtet, die viel haben, aber wenig tun wollen, solche, die in der BILD-Zeitung Wahrheiten suchen und mit der Fernseherfernbedienung durchs Leben navigieren, ist Windows nun mal definitiv das richtige System.

    Und es ist nur normal, wenn CHIP das bestätigt.

  2. On October 15, 2009 Domar says:

    Um eines Vorweg zu nehmen: Ich benutze selbst Windows 7 zum spielen und ich bin auch nicht unbedingt total gegen Windows, aber dieser Bericht war einfach nur schlecht, ungerecht und falsch und das darf man nicht auf sich sitzen lassen!

    Bezüglich der Updates und schließen der Sicherheitslücken kann ich nur sagen, dass unter *ubuntu, da es ja keinen festen Patchtag gibt, die Updates SOFORT nach dem beheben bereitgestellt werden und die Benachrichtigung auch AUTOMATISCH erfolgt. Die Behauptung, dass sich der User selbst um die Installation der Sicherheitsupdates kümmern muss, schliese ich entweder auf Fehlrecherche, Unwissenheit oder auf absichtliches herunter machen von nicht Microsoft-Betriebssystemen.
    Am besten find ich, dass behauptet wird, dass es für Linux keine Virenscanner gibt! Um der Redaktion noch mal auf die Sprünge zu helfen: JEDE namhafte AV-Software gibt es auch für Linux. z.B.: Kaspersky, Avira, AVG, Panda. Wie die Redaktion aber bereits richtig erkannt hat, ist es auch nicht nötig, eine Firewall oder eine AV-Software einzusetzen, da es ja praktisch keine Viren gibt.
    Zur “ausgefeilten Technik” der Benutzerkontensteuerung unter Windows7 kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, dass diese den Computer nicht komplett blockiert, da ich manchmals die Meldung aus dem Hintergrund hervorholen muss und dies manchmal gar nicht bemerke, weil ich NORMAL weiterarbeiten kann. Außerdem kann jeder, der in der Lage ist einen Virus zu programmieren auch einen Bot schreiben, welcher diese Benachrichtigung einfach zustimmt. Hingegen kann man nicht das Passwort eines Benutzers ohne weiteres eingeben, wie man es unter Linux machen muss.
    Fazit zum Thema Security: Zu Mac OS X kann ich leider nichts sagen, da ich dieses System noch nie wirklich getestet habe, aber Kubuntu (Linux) liegt Windows noch immer voraus. Auch wenn der Vorsprung aufgrund der Benutzerkontensteuerung ab Windows Vista schrumpft ist das stärkste Argument noch immer auf der Seite von Linux, nämlich die kurze Zeit vom finden einer Sicherheitslücke bis zum verteilen des Patches.

    “Der Nachteil von Kubuntu ist jedoch, dass es je nach Distribution rund zehn Gigabyte auf der Festplatte verbraucht. Windows 7 nutzt lediglich sieben Gigabyte.” Dieser Satz lässt mich fast aus der Haut fahren! Wie genial ist der Vergleich einer 10 Gigabyte Kubuntu Installation mit einer 7 Gigabyte Standardinstallation von Windows 7! Ganz zu schweigen von dem Irrglauben, es gebe mehrere Kubuntu Distributionen. Nochmal für die Schwachköpfe in der Redaktion: Ihr müsst euch informieren, wenn ihr euch schon nicht auskennt! Kubuntu selbst ist nicht nur eine Distribution sondern sogar ein Derivat. Es gibt somit keine verschiedenen Kubuntudistributionen sondern nur verschiedene Ausstattungsvarianten! Um auf die Plattengröße zurück zu kommen: Was hat eine 7 Gigabyte Windows7 Standardinstallation, was eine 700 MB Standardinstallation nicht hat? Die Antwort: Gar nichts. Ganz im Gegenteil: Kubuntu hat OpenOffice und viele andere Tools schon mit an Board. Sogar mit 700MB ist der Funktionsumfang größer! Ich selbst hab auf meinem Notebook eine Ubuntupartition, auf der ich auf 10 Gigabyte so ungefähr jedes erdenkliche Programm oben habe. Meines Wissens gibt es auch gar kein 10GB Linux. Nicht mal SuSe oder vergleichbar große Distributionen kommen als 10GB Image aus dem Internet auf den Rechner. Wenn es jedoch so einen Koloss gibt, möge man mich bitte informieren und ich schau mir dann mal an, was dieses Ding alles mit dabei hat. Eines ist aber sicher: Wenn ich mir ein Windows7 zusammen stelle, welches diesen Funktionsumfang bietet komme ich mit einer 60GB Platte garantiert nicht aus!
    Was die Startzeiten angeht bootet mein Notebook mit einem frisch installiertem 7er in 29 Sekunden und mein schon seit einem guten Jahr laufendes und überladenes Ubuntu 9.04 in 24 Sekunden (Ungetweakt). Mit der 9.10 hab ich schon Startzeiten von 18 Sekunden erreicht. Hier nochmal eine kleine Seite mit Geschwindigkeitsvergleichen: http://anotherubuntu.blogspot.com/2009/08/boot-time-ubuntu-910-alpha-4-vs-windows.html
    Die Dateien die Windows7 bereits nach dem Bootvorgang ladet bremsen den Rechner, wie in dem Video gut zu sehen ist zusätzlich aus. Da dies Teile von Librarys und zB der IE sind werden diese Programmteile auch nicht gleich nach dem Start benötigt.
    Zu der “Windows ReadyBoost” Technologie brauch ich, denk ich mal, auch nichts sagen, denn wirklich schneller als die HD ist ein USB-Stick auch nicht.
    Standby braucht bei mir keine 2 Sekunden unter Kubuntu. Auch Windows schaffts bei mir in etwa der gleichen Zeit.
    Was den Arbeitsspeicher angeht habe ich noch NIE ein Windows7 gesehen, welches sich unter 1 GB begnügt und ihr könnt mir glauben, ich hab schon mindestens 10 verschiedene Rechner mit Windows7 am Laufen gehabt.
    Die Kopierdauer von Dateien hab ich auch mal unter die Lupe genommen: http://www.tuxradar.com/files/ubuntu_vs_7-7.png. Das Mac OS X hier die Nase vorne hat, sollte eigentlich jedem klar sein. Mac OS X läuft nur auf Apfel-Rechnern und das liegt daran, dass es speziell an diese Hardware optimiert ist. Mich würde interessieren, mit welchem Dateisystem diese Benchmarks gemacht wurden. Bei Windows 7 ist es klar, aber unter Kubuntu hat man bei diesen Zeiten möglicherweise noch mit dem “alten” Ext3 Sytem gearbeitet, aber sicher nicht mit RaiserFS!
    Was den Grafiktest anbelangt, sind einige Fragen offen geblieben: Was wurde getestet, mit welchem Programm wurde getestet und wie kann man die Frames unter Windows 7 und DirectX mit denen von Kubuntu und OpenGL vergleichen. Außerdem liegt das schlechte abschneiden von Kubuntu auch an den unter Umständen fehlenden Grafiktreibern. Dis ist natürlich Herstellerspezifisch und da kann Canonical bzw die Linux Fundation auch nichts ändern.
    Den Browsertest kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Unter Ubuntu öffnet sich der Firefox 3.5 ohne Verzögerung, was andere OS ja kaum übertreffen können.
    Das Windows7 nicht stromsparender ist als Kubuntu kann ja jeder mal ausprobieren. Mein Notebook hält mit Kubuntu 3,2 Stunden im Standby gegenüber 2,75 Stunden mit Windows7 im Standby. Das Linux beim berechnen von Videos nicht auf die Grafikkarte setzt liegt wahrschienlich am Player selbst. Unter Windows7 wurde kaum der gleiche Player verwendet als unter Mac OS X oder Kubuntu.

    Zum Thema Backups muss man hinzufügen, dass auch Windows7 keine Funktion zum erstellen von Systemimages hat. Außerdem benötigt man die Funktion zum Wiederherstellen von früheren Programmversionen nie, da man ja die Daten sichern will und nicht die Programme mit denen sie erstellt worden sind!
    Zur Austattung muss ich zugeben, dass mir noch NIE unter Windows ein vorhandenes Bilbearbeitungsprogramm aufgefallen ist. Sollte hier jedoch Paint gemeint sein, fang ich schon mal zum lachen an! Bezüglich des Mediacenters würde mich gerne interessieren, welches hier für Kubuntu getestet wurde. Ein “Selbstgebasteltes” hört sich ja ziemlich wild an. Wie macht den Microsoft seine Programme, wenn die sie nicht selber machen? Ach ja, die stellen ja andere Firmen ein^^ Wahrscheinlich ist aber MythTV gemeint, welches ich als sehr bedienungsfreundlich und stabil bezeichnen würde. Von einer kaum zu bedienenden Oberfläche ist hier keine Spur!

    Das Klischee bezüglich Installation von Programmen hängt Linux Distributionen scheinbar immer noch nach und die längst veraltete Denkweise der Authoren sollte sich mal nach aktuelleren Infos umschauen, denn über Synaptic kann ich zu jedem mir vorstellbarem Zweck midestens 100 verschiedene Anwendungen laden – und das alles kostenlos! Wenn ich hier einmal nichts finde, kann ich noch immer im Internet nach dem Programm suchen und dieses dann durch Doppelklick (wenn man schon Windows Style haben will) installieren. Desweiteren setzt man keine Software auf, man installiert sie! Und mit komplizierten Kommandozeilen-Befehlen ist wahrscheinlich sowas wie “apt-get install firefox” oder so gemeint, welchen man alternativ noch eingeben kann, wenns mal ganz schnell gehen soll!
    Ein Manko, welches Linux hat, sind die fehlenden Treiber für exotische Hardware. Dieses Problem verbessert sich jedoch stetig, so findet man heutzutage kaum noch Hardware, mit der Linux nicht zurechtkommt und wenn es mal nicht klappt, hilft die nette Community einem weiter!

    Mein Endfazit: Entweder sind die Authoren dieses Artikels Mitarbeiter von Microsoft, oder sie werden von Microsoft schwarz bezahlt! Denn Kubuntu in Sachen Sicherheit 2 Sterne zu geben und Windows 7 5 kann ja nicht mit rechten Dingen zugehen! Eher müsste es umgekehrt sein und Mac OS X mindestens einen 4. Stern bekommen! Ich habe auf Windows7 schon mehr Viren gehabt, als auf allen Linux-Distributionen zusammen und ich verwende Windows7 erst seit einem halben Jahr und nur zum spielen, Linux hingegen seit 10 Jahren für meine tägliche Arbeit!
    Auch was die Austattung angeht ist alles wie schon beim letzten Punkt. Wie bereits weiter oben geschrieben besitzt ein 700MB *ubuntu mehr Funktionen als ein 7 GB Windows7. Und es gibtt für Linux mindestens genau so viele Programme wie für Windows. Und wenn es einmal eine Software nur für Windows gibt, kann man noch immer mit wine dieses Programm nutzen!

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