Internetsperre

Muhahahaha!

Herzlich Lachen mußte ich, als ich gerade folgende Meldung lesen durfte:

Laschet fordert Altersgrenzen für Internetseiten

Internetangebote sollten ebenso wie Filme oder Spiele eine Alterskennzeichnung bekommen. Das fordert NRW-Familienminister Armin Laschet. Entweder müssten die Anbieter die Seite selbst kennzeichnen oder eine unabhängige Prüfstelle eingesetzt werden.

Diesem Herren möchte man doch bitte sämtliche innehabenden Ämter entziehen, denn spätestens mit dieser Aussage

Deshalb ist es längst überfällig, die Anbieter in die Pflicht zu nehmen, ihre Angebote einzuschätzen oder von einer unabhängigen Stelle einschätzen zu lassen (Quelle)

hat er sich endgültig als totaler medialer Vollhonk geouted!

Jemand wie er gehören zur geistigen Elite und sollen uns, das Volk, regieren.
Deswegen ist es anscheinend so schwierig, Politiker zu werden. Der Großteil der Bevölkerung ist schlicht und einfach überqualifiziert und zu intelligent! :o )

Von der SPD zu den Piraten…

Der Donnerstag war ein schwarzer Tag in Deutschland. Dies war der Tag, an dem das “Zugangserschwerungsgesetz”, oder Umgangssprachlich “Die Internetsperre” verabschiedet wurde. Um so mehr freue ich mich über solche Meldungen:

“Ich bin und ich bleibe Sozialdemokrat – und werde deshalb ein Pirat”

Der bisherige SPD- Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss wird wohl erster Abgeordneter der Piratenpartei im Deutschen Bundestag. Tauss erklärte heute vor dem Willy- Brandt- Haus in Berlin seinen Austritt aus der SPD, der er fast 40 Jahre in verantwortlichen Positionen angehörte. Er kündigte zugleich seine Unterstützung der Piratenpartei an: “Wenn die Piraten es wollen, werde ich heute auch Mitglied” erklärte Tauss bei einer Kundgebung gegen die Zensur des Internets vor der SPD- Parteizentrale.

Quelle: www.tauss.de

Sicherlich, Jörg Tauss hat zuletzt nicht gerade positive Schlagzeilen gemacht, wurde doch kinderpornografisches Material auf seinem Rechner gefunden (das Verfahren läuft noch). Doch dieser Schritt, zumal in einem solch öffentlichem Rahmen, zu den Piraten findet meine Anerkennung. Vielleicht bringt das ja doch ein paar Gleichgesinnte im Bundestag dazu, Stellung zu beziehen, oder noch besser (aber utopisch, ich weiß…) es bewirkt, daß ein Ruck durch den Bundestag geht und das “Zugangserschwerungsgesetz” wird doch noch gekippt.

Die SPD indes hat auf den Rücktritt Tauss’ recht schnell reagiert und fordert sogleich von Tauss, sein Bundestagsmandat niederzulegen.

Und wie zu erwarten, gehts gleich nicht mehr nur um KiPo, sondern es wird gleich auch schon vom nächsten Thema, welches auf diese ominöse Sperrliste kommen soll, gesprochen. Die sogenannten “Killerspiele”, bzw. Webseiten, die über solche berichten. Oder aber Webseiten mit rechtsextremistischen Inhalten, etc, pp…
Aber eine Zensur findet nicht statt…. :-\

Willkommen in Chin… äääh Deutschland!

Gib deiner Stimme ein Gesicht!

Der Verein MOGIS hat die Initiative “Gib deiner Stimme ein Gesicht” ins Leben gerufen, in der Unterzeichner der Petition Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten, aber auch jeder andere Gegner des Gesetzesentwurfes, ein Bild von sich einstellen kann. Damit kann eventuell ein Zeichen gesetzt werden, daß das anscheinend anonyme Internet doch gar nicht so anonym ist.

Mein Bild ist (sobald es freigeschaltet wird) auch dabei, daher mein Aufruf:

Mach mit!

Die “Generation C64″ holt zum Gegenschlag aus

Ich habe ja neulich schon über Zensursula und ihr Vorhaben, einen Internetfilter per Gesetz einzuführen geschrieben. Jetzt ist auf Spiegel Online ein netter Bericht darüber und wie sich “das Volk” (oder zumindest der Teil, der die Tragweite eines solchen Gesetzes versteht) dagegen auflehnt. Und plötzlich wird das (wieder) ein Thema in der Regierung…

–> Link zum Artikel

//edit:
Es geht in die nächste Runde…
–> Bundesregierung vs. das Internet – die nächste Eskalationsstufe
…was mich wieder mal nur mit dem Kopf schütteln läßt.

Bild via pantoffelpunk.de (Vervielfältigung und Verbreitung strengstens erlaubt)

…politisches…

Neben vielen anderen Bloggern, Websites, Newsportalen, usw. will auch ich auf die Petition Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” hinweisen, mit der Bitte (wer auch immer dies liest) diese Petition mit zu unterschreiben. Ab einer Gesamtunterschriftenanzahl von 50.000 sollte diese auch im Bundestag entsprechend Gehör finden (oder aber das Bundesverfassungsgericht wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder einmal einen Gesetzesbeschluß unserer Regierung kippen – siehe Stasi-Schäuble und seine sogenannte “Online-Durchsuchung“).

Nicht daß ich das eigentlich Anliegen dieser Entscheidung unserer, liebevoll scherzhaft mit einem gewissen Grad an ehrlicher Boshaftigkeit “Zensursula” genannten Familienministerin, die Kinderpornographie im Internet zu bekämpfen, in irgendeiner Form abwerten möchte, nur verurteile ich die Ausführung dessen.

Unsere liebe Familienministerin will nämlich vom BKA als kinderpornografisch eingestufte Internetseiten von Seiten der Internetprovider sperren lassen. Schön und gut, nur ist diese Liste der indizierten Seiten nicht einsehbar und damit drängt sich einem der Verdacht auf, daß sich – ein Schelm wer böses dabei denkt – damit durchaus auch die ein oder andere unliebsame Seite auf diese ominöse Liste “verirren” könnte, was unwillkürlich auch den Verdacht der Zensur Seitens der Regierung auf die Tagesordnung bringt. Die Pforten wären mit einem solchen Beschluß sperrangelweit geöffnet.

Aber es geht noch weiter. Sollte nun mal doch jemand – ob nun gewollt, oder versehentlich – eine der indizierten Seiten aufrufen, wird er mit einem großen roten Stoppschild konfrontiert. Unsere Übermutter der Nation plant darüberhinaus auch ein loggen der IPs derjeniger, welche eine solche Seite angesurft haben, um diese für eine eventuelle strafrechtliche Verfolgung zu nutzen. Damit steht man als Internetnutzer immer einen kleinen Schritt davor, einen unangemeldeten Besuch vom BKA zu bekommen, der einem, mit dem Verdacht der Kinderpornographie-Vertrieb, alles an elektronischen Speichermedien entwendet. URL-kürzungsdienste wie tinyurl.com werden somit als potentiell gefährlich, da anhand der URL nicht ersichtlich ist, wohin der Link führt. Um nur ein Beispiel anzuführen….

Hier noch der Text der Petition:

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Begründung
Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Also, sollte hier doch noch jemand außer Dominic und meiner Frau mitlesen, unterschreibt die Petition und gebt die Information an möglichst viele weiter, damit dieser Unsinn bald wieder ein Ende findet.